Das erste Jahr von OM Digital Solutions

Seit Anfang dieses Jahres operiert die ehemalige Kamerasparte von Olympus als unabhängiges Unter­nehmen mit dem Namen OM Digital Solutions. Ende November wurde dann – für Insider nicht unerwartet – der Abschied von der Traditionsmarke bekanntgegeben: Alle neuen Produkte werden nunmehr das Label OM Systems tragen. imaging+foto-contact hat mit Olaf Kreuter, Senior Marketing Manager Central Europe und Senior PR Manager EMEA von OM Digital Solutions, über den Verlauf des ersten Jahres in der Unabhängigkeit und über die Pläne für die Zukunft gesprochen.

imaging+foto-contact: Herr Kreuter, für OM Digital Solutions geht das erste Jahr als selbständiges Unternehmen zu Ende. Von außen konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Transformation ohne großes Marketing-Getöse vollzogen ­wurde. Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Olaf Kreuter: „Es ist uns bereits in den ersten Monaten gelungen, mit dem neuen Unternehmen einen Gewinn zu erwirtschaften.”

Olaf Kreuter: Unsere Erwartungen haben sich sogar übererfüllt. Es ist uns bereits in den ersten Monaten gelungen, mit dem neuen Unternehmen einen Gewinn zu erwirtschaften. Damit hatten wir nicht so schnell gerechnet. Natürlich gab es beim Aufbau der ­Firma auch einige Schwierigkeiten, die nun glücklicherweise Geschichte sind. Zu Beginn des Jahres haben wir gesagt, dass sich gerade für den Konsumenten erst einmal nichts ändern wird. Dementsprechend waren wir auch im Marketing eher zurückhaltend. 

imaging+foto-contact: Konnten Sie dabei Ihre Ziele im Fotohandel erreichen? Wie haben Ihre Partner auf die neue Situation reagiert?

Olaf Kreuter: Es ist uns gelungen, die partnerschaftliche Beziehung mit unseren Fotofachhändlern erfolgreich fortzusetzen. Wir konnten gemeinsam unsere Ziele erreichen. Dafür und auch für ihr Verständnis, dass es in den ersten Monaten nach dem Aufbau noch nicht ganz rund lief, möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bei unseren Fachhandelspartnern bedanken.

imaging+foto-contact: Im Oktober hat OM Digital Solutions den Abschied von der Marke Olympus bekanntgegeben. Nicht nur Nostalgiker werden diesem legendären Namen hinterhertrauern, der für viele erfolgreiche und einzigartige Kameras stand. Wie hat der Fotohandel auf den Markenwechsel reagiert?

Olaf Kreuter: Wir hatten schon zu Beginn des Jahres bekanntgegeben, dass wir uns in absehbarer Zeit von der Marke Olympus verabschieden müssen. Für uns ist wichtig, dass die Werte, die viele Menschen mit ­Olympus verbinden, auch in der ­neuen Marke OM System weiterleben. Die neuen Produkte und Lösungen unter dem Namen OM System werden die Erwartungen, die Kunden bisher an Olympus Produkte hatten, ebenso erfüllen. Wir haben unsere Fachhandelspartner zeitnah über die neue Marke informiert und unterstützen sie, wenn Hilfestellung, zum Beispiel bei der Platzierung im Onlineshop, nötig ist. Aufgrund der lange angekündigten und gut vorbereiteten Markenein­führung wurde OM System von den meisten positiv aufgenommen.

imaging+foto-contact: Wie wollen Sie die neue Marke OM System in Zukunft positionieren? Möchten Sie vor allem das große Erbe der Marke Olympus antreten oder den Neuanfang auch für neue ­Akzente nutzen? Wenn ja, welche könnten das sein?

Olaf Kreuter: Mit den OM-D Kameras und den M.Zuiko Objektiven bieten wir das mobilste Kamerasystem auf dem Markt. Viele Kameras und Objektive sind zudem besonders robust und wetterfest. Damit eignen sie sich perfekt für alle, die viel unterwegs sind und auch in raueren Gegenden zuverlässiges Equipment benötigen, um ihre Abenteuer in professioneller Qualität festhalten zu können. Deshalb fokussieren wir uns weiterhin auf die Bereiche Natur, Wildlife und Macro. Selbstverständlich ist das System aber auch für diejenigen interessant, die einfach nach einer kompakten und leichten Ausrüstung suchen, ohne Kompromisse bei der Bildqualität machen zu müssen.

imaging+foto-contact: Für Insider ist der Markenwechsel ja durchaus nachvollziehbar, für die Endkunden dagegen weniger. Welches Markenversprechen soll die Öffentlichkeit in Zukunft mit OM System verbinden? Und welche Maßnahmen haben Sie geplant, um diese Marke bei einem breiten Publikum bekanntzumachen?

Olaf Kreuter: Viele kennen die OM beziehungsweise OM-D Kameras. Das „O“ steht übrigens für Olympus und das „M“ für Maitani, den Entwickler der berühmten OM-Spiegelreflexkameraserie. OM ist also nicht wirklich neu, denn die Menschen fotografieren bereits seit Jahrzehnten damit. Das ist unser Erbe. Dazu kommt unser Versprechen, dass auch wir die Erwartungen erfüllen werden, die die Kunden an die Olympus Produkte hatten. Und das zeigen wir im Handel, auf Festivals und Events sowie mehr und mehr auch virtuell. Dabei unterstützen uns Fotografen aus der ganzen Welt. 2022 wollen wir wieder sichtbarer werden, damit alle, die sich für Fotografie ­interessieren, unsere Produkte kennenlernen und, wann immer möglich, auch direkt testen können.

imaging+foto-contact: Auch wenn sich das Neuheiten-Karussell im Kameramarkt nicht mehr so schnell dreht wie früher, wird vom Fotohandel und von vielen Konsumenten erwartet, dass OM Digital Solutions mit einem innovativen Hero-Produkt oder vielleicht sogar mehreren endlich wieder markante Akzente setzt. Wird die Branche in absehbarer Zeit von OM Digital Solutions Neuheiten sehen, die sowohl Ihnen als auch dem Fotohandel schlagkräftige Argumente für die neue Marke OM System geben werden?

Olaf Kreuter: Ja. Zusammen mit der Marke OM System haben wir im November auch die Entwicklung einer Micro Four Thirds Kamera angekün­digt, die die Fotografie auf eine neue Stufe heben wird. Wir arbeiten zur Zeit intensiv daran, diese Entwicklung abzuschließen, um ein Produkt präsentieren zu können, das nicht nur den Verbrauchern, sondern auch dem Handel viel Freude bereiten wird. 

imaging+foto-contact: Herr Kreuter, vielen Dank für das Gespräch.