Canon entwickelt Profi-Modell EOS R3

Canon hat die Entwicklung einer neuen Profi-Kamera bekanntgegeben, die als Hybridkamera der nächsten Generation die Qualitäten der Canon Profi-DSLRs mit denen der spiegellosen Modelle vereinigen soll. Mit einer Aufnahmegeschwindigkeit von bis zu 30 Bildern pro Sekunde, Augen-, Kopf- und Körpererkennung sowie einem neuen Eye Control Autofokus ist die EOS R3 vor allem für die Sport-, Wildlife- und Nachrichtenfotografie gedacht. Gleichzeitig kündigte Canon drei weitere Objektive für das RF Bajonett an.

Als erste Kamera der EOS Familie wird die EOS R3 mit einem neuen, von Canon entwickelten, Stacked BSI CMOS-Sensor im Vollformat ausgestattet, der mit dem Digic X Bildpro­zessor kombiniert wird. Der Dual Pixel CMOS AF der nächsten Generation erkennt nach Angaben des Herstellers selbst die Augen, Köpfe und Körper von Motiven, die sich mit hoher Geschwindigkeit bewegen, um feine Details in Sekundenbruchteilen zu erfassen.

Zudem bietet die Kamera eine gegenüber der EOS R5 verbesserte Eye ­Control Funktion, die es möglich macht, den Schärfepunkt mit dem Auge zu steuern, während man durch den Sucher blickt. Dieses instinktiv bedienbare Feature stelle die natürlichste und schnellste Kontrolle über den Auto­fokus dar, betont Canon. So gelinge das Fokussieren deutlich schneller als mit einem Multi-Controller oder einer Taste und führe besonders da zu besseren Ergebnissen, wo Motive sehr schnell eingefangen werden müssten.

Professioneller Aufbau

Das Design des Gehäuses der EOS R3 ist offensichtlich von der EOS-1D Serie inspiriert. Fotografen, die mit Canon Kameras vertraut sind, dürften mit der Bedienung keine Problem haben. Die Erschütterungs- und Stoßfestigkeit sowie der Staub- und Spritzwasserschutz soll den Erwartungen von Profis gerecht werden. Damit die Kamera auch im mobilen Einsatz gut in der Hand liegt, wurde in das Gehäuse ein Griff integriert.

Die EOS R3 wird vollständig mit der Canon Mobile File Transfer App für Mobilgeräte kompatibel sein, um ­Bilder schnell zu übertragen und mobile Netzwerkdienste zu nutzen. Canon will die Version 1.2 der Mobile File Transfer App, die auch mit der EOS-1D X Mark III, EOS R5 und EOS R6 genutzt werden kann, im Juni für iOS im Apple App Store veröffentlichen. Die Version für Android-Mobilgeräte soll später folgen.

Neue RF-Objektive

Canon erweitert die Objektivpalette für das RF-Bajonett um zwei Tele-Brennweiten und ein 100mm Makro-Objektiv. Die langen Brennweiten RF 400mm F2.8 L IS USM und das RF 600mm F4 L IS USM stimmen in Optik und Mechanik weitgehend mit den EF Versionen überein, bieten aber auch Merkmale der Canon RF Produktlinie wie z. B. die Einstellung der Blende in 1/8-Stufen bei Videoaufnahmen und den erweiterten optischen IS, der durch das Kommunikationssystem des RF-Bajonetts ermöglicht wird. Zudem sind die Objektive mit einem dualen  Antrieb für höhere AF-Leistungen zukünftiger Kameras vorbereitet. Im manuellen Betrieb haben die Anwender die Wahl zwischen drei Fokussiergeschwindigkeiten; zwei Fokuseinstellungen können gespeichert werden, um z. B. bei Videoaufnahmen mit Pull-Fokus-Effekten schnell abge­rufen zu werden. Das RF 400mm F2.8 L IS USM (UVP 12.999 Euro) und das RF 600mm F4 L IS USM (UVP 13.999 Euro) sind ab August 2021 lieferbar.

Das neue RF 100mm F2.8 L Macro IS USM ist nach Angaben von Canon das weltweit erste AF-Makroobjektiv mit 1,4-facher Vergrößerung im Nahbereich. Mit seiner Blenden­öffnung von F2.8 ist es auch gut für Stillleben- und Porträtfotografie ge­eignet. Der hohe Vergrößerungsfaktor von 1,4 wird durch die Innenfokussierung des Objektivs und das kurze Auflagemaß der RF-Bajonetts ermöglicht.

Neu im Vergleich zur EF Version ist ein variabler Objektivring zur Steuerung der sphärischen Aberration. Damit lassen sich das Hintergrund- und das Vordergrund-Bokeh verändern sowie Weichzeichner-Effekte auf dem Motiv erzeugen. Die Lichtstärke von F2,8 ermöglicht mit neun Blendenlamellen außerdem eine geringe Schärfentiefe sowie eine attraktive Hintergrundunschärfe.

Auch der Bildstabilisator des RF 100mm F2.8 L Macro IS USM nutzt die Eigenschaften des RF-Bajonetts  und kompensiert im Zusammenspiel mit einer EOS R5 oder einer EOS R6 bis zu acht Belichtungsstufen.  Der Dual Nano USM AF stellt präzise, schnell und nahezu geräuschlos scharf; beim Videofilmen und beim Focus Stacking werden Focus-Breathing-Effekte unterdrückt.Das RF 100mm F2.8 L Macro IS USM kommt Ende Juli für 1.549 Euro (UVP) auf den Markt.